Reiseblog erstellen am Laptop im Van

Reiseblog erstellen: 7 einfache Schritte für Einsteiger

Einen Reiseblog erstellen klingt nach einem Projekt für Leute, die programmieren können. Ist es nicht. Ich habe vanswiss.com vor ein paar Jahren an einem verregneten Wochenende aufgesetzt, ohne eine Zeile Code zu schreiben, und seither Schritt für Schritt ausgebaut.

Was mich damals aufgehalten hat, waren nicht die technischen Hürden. Es war die Frage, womit ich überhaupt anfangen soll. Genau darum geht es hier: sieben Schritte in der Reihenfolge, in der ich heute einen Reiseblog erstellen würde — inklusive der Stellen, an denen ich Zeit und Geld verbrannt habe.

Schritt 1 — Ein Thema, das du wirklich hast

Wer einen Reiseblog erstellen will, macht meistens denselben Fehler zuerst: ein Blog über «Reisen». Das ist kein Thema, das ist eine Kategorie mit ein paar Millionen Mitbewerbern.

Meiner ist nicht «Reisen», sondern der Ausbau und Alltag eines Kastenwagens aus der Schweiz. Das ist eng — und genau deshalb funktioniert es. Wer nach Begrenzungsleuchten für einen Ducato sucht, findet mich. Bei «Reisetipps» wäre ich auf Seite neun.

Nimm das, worüber du ohnehin ständig redest. Wenn du dir das Thema erst ausdenken musst, schreibst du in drei Monaten nichts mehr.

Schritt 2 — Der Domainname

Kurz, sprechbar, ohne Bindestriche und Zahlen. Am Telefon buchstabierbar. Das war meine ganze Anforderungsliste.

Bei der Endung: .ch wirkt in der Schweiz vertrauter, .com funktioniert international. Ich habe mich für .com entschieden, weil ein Teil meiner Leser aus Deutschland und Österreich kommt. Wenn du beides willst, sichere dir die zweite Endung gleich mit — sie kostet ein paar Franken im Jahr und ist später vielleicht vergeben.

Ein Punkt, der oft untergeht: Domain und Hosting müssen nicht beim selben Anbieter liegen. Ich registriere meine Domains bei Amenic, einem Schweizer Dienst, der ausschliesslich registriert und kein Hosting verkauft. Das verteilt das Risiko — wenn ich den Hoster wechsle oder dort etwas schiefgeht, bleibt die Domain davon unberührt. Ich zeige sie einfach woanders hin.

Domains registrieren bei Amenic*

So sieht die Suche aus: Name eintippen, Endung wählen, prüfen. Ist der Name vergeben, schlägt dir die Maske freie Varianten vor — nimm sie nur, wenn sie sich ebenso leicht sprechen lassen.

Und: Lass die Domain nicht ein halbes Jahr ungenutzt liegen, so wie ich. Eine Domain ohne Inhalt sammelt kein Vertrauen an, sie sammelt nur Rechnungen.

Schritt 3 — Hosting: wo dein Reiseblog wohnt

Hier fällt beim Reiseblog erstellen die einzige Entscheidung, die dich später wirklich stört, wenn sie falsch war. Ein Blog braucht keinen eigenen Server, aber er braucht einen Anbieter, der schnell ausliefert und dich nicht mit Zusatzkosten überrascht.

Ich hoste vanswiss.com bei Hostinger. Drei Gründe, warum es das geblieben ist:

  • Der Preis. Hosting ist der kleinste Posten am ganzen Projekt, sofern man mehrere Jahre im Voraus bucht. Bei monatlicher Zahlung zahlt man ein Mehrfaches — das ist der übliche Haken, den man kennen sollte. Die aktuellen Tarife stehen beim Anbieter.
  • WordPress ist in wenigen Minuten installiert, ohne Datenbank von Hand anzulegen.
  • Es läuft. Ich habe in Jahren keine nennenswerte Ausfallzeit gehabt, und die Seite lädt auch mit vielen Fotos schnell.

Mein Paket liegt in einem Rechenzentrum in den Niederlanden, nicht in der Schweiz. Für einen Blog mit Reiseberichten spielt das keine Rolle. Wer Kundendaten oder ein Buchungssystem betreibt, prüft besser ein Angebot mit Standort Schweiz.

Zu den Hosting-Paketen bei Hostinger*

Ein Tipp aus Erfahrung: Buche gleich die längere Laufzeit. Der Einstiegspreis gilt nur für die erste Periode, danach wird zum regulären Tarif verlängert. Den Unterschied siehst du beim Anbieter, bevor du bestellst.

Wenn dir ein Standort in der Schweiz wichtig ist: Meine übrigen Dienste laufen auf einem Server bei Infomaniak in Genf. Für einen Reiseblog ist der Standort zweitrangig. Sobald Kundendaten oder Buchungen dazukommen, wird er zum Thema.

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Schritt 4 — WordPress installieren und einrichten

WordPress ist kostenlos, läuft bei praktisch jedem Hoster und du kommst jederzeit wieder raus. Beim Baukasten deines Anbieters hättest du das nicht — wechseln heisst dort: alles neu bauen.

Nach der Installation sind es vier Handgriffe, die ich jedes Mal zuerst mache:

  1. Permalinks auf «Beitragsname» stellen — sonst hast du kryptische Adressen wie /?p=123.
  2. Kommentare abschalten, bis du Lust auf Spam-Verwaltung hast.
  3. HTTPS aktivieren (Zertifikat ist bei jedem seriösen Anbieter kostenlos dabei).
  4. Alle vorinstallierten Plugins löschen, die du nicht kennst.

Der erste Handgriff, hier im Bild: unter Einstellungen die Permalink-Struktur auf «Beitragsname» stellen. Aus vanswiss.com/?p=123 wird damit vanswiss.com/reiseblog-erstellen.

Mehr braucht es zum Start nicht. Alles andere kommt, wenn du merkst, dass es fehlt.

Schritt 5 — Ein Theme, das dir nicht im Weg steht

Beim Reiseblog erstellen bin ich mit einem Page-Builder gestartet, weil ich alles per Maus schieben wollte. Nach zwei Jahren habe ich die Seite auf ein schlankes Theme umgebaut. Was das bringt, steht im Bild weiter oben: Der Geschwindigkeitstest meines Hosters zeigt für diese Seite 100 von 100 Punkten auf dem Rechner und 98 auf dem Handy.

Meine Empfehlung: nimm ein leichtes, gut gepflegtes Theme und lass die Finger von schwergewichtigen Baukästen. Ich nutze Kadence, aber jedes solide Theme tut es. Wichtiger als das Design ist, dass die Seite auf dem Handy schnell ist — dort kommt der grösste Teil meiner Leser an.

Und ein Wort zu Schriften: Lade sie lokal, statt sie bei Google abzuholen. Das ist schneller und erspart dir eine Diskussion über den Datenschutz.

Schritt 6 — Die ersten Beiträge und die Bilder

Beim Reiseblog erstellen schreibst du am besten die drei Artikel zuerst, die du selbst gesucht und nicht gefunden hast. Bei mir waren das das Router-Setup für Internet im Van und die Solaranlage im Van. Beides Dinge, die ich mühsam zusammengesucht hatte — genau deshalb liest sie jemand.

Bei den Fotos wird es technisch, aber es lohnt sich:

  • Vor dem Hochladen verkleinern. Ein Bild direkt aus der Kamera hat mehrere Megabyte. Auf 1200 Pixel Breite reduziert sind es ein paar Hundert Kilobyte.
  • In WebP umwandeln. Das spart nochmals die Hälfte bei gleicher Qualität.
  • Alt-Texte schreiben. Beschreib, was zu sehen ist. Das hilft Menschen mit Screenreader und der Bildersuche.

Der Alternativtext steht in der Mediathek direkt unter dem Bild. Beschreibe, was zu sehen ist — hier «Vanlife Schweiz, zwei Campervans beim Sonnenuntergang auf einem Stellplatz».

Ich habe diesen Schritt lange übersprungen und später 356 Bilder auf einmal nachbearbeitet. Mach es von Anfang an richtig.

Schritt 7 — Dafür sorgen, dass dich jemand findet

Ein Blog, den niemand findet, ist ein Tagebuch. Drei Dinge bringen am meisten:

  1. Rank Math installieren (kostenlos) und pro Beitrag Titel und Beschreibung setzen. Das Plugin sagt dir, was noch fehlt.
  2. Die Sitemap bei der Google Search Console einreichen. Einmal machen, dann läuft es.
  3. Untereinander verlinken. Jeder Beitrag sollte zwei, drei andere erwähnen — dort, wo es inhaltlich passt.

Wer einen Reiseblog erstellen will, braucht hier Geduld. Meine ersten Beiträge haben Monate gebraucht, bis sie in der Suche auftauchten. Danach kommen die Leser jeden Tag, ohne dass du etwas tun musst.

Was ein Reiseblog wirklich kostet

Einen Reiseblog erstellen kostet weniger, als die meisten denken. Meine laufenden Kosten, ohne Schönrechnerei:

Es sind genau zwei laufende Posten: Hosting und Domain. WordPress, das Theme und alle Plugins, die ich einsetze, kosten nichts. Konkrete Frankenbeträge schreibe ich nicht hin — die Tarife ändern sich schneller, als ich den Beitrag nachführe.

Der eigentliche Preis ist die Zeit. Ein guter Beitrag mit Fotos kostet mich einen halben Tag. Wer das nicht einplant, hört nach dem dritten Artikel auf.

Mein Fazit zum Reiseblog erstellen

Einen Reiseblog erstellen ist an einem Wochenende erledigt. Die Technik ist das kleinste Problem — Hosting, WordPress, Theme, fertig. Schwierig wird es erst danach, wenn du sechs Monate lang schreibst, ohne dass jemand liest.

Genau dafür brauchst du das Thema aus Schritt 1: eines, über das du auch dann noch schreibst, wenn es niemanden interessiert. Bei mir ist es der Van geworden. Was es bei dir ist, weisst du wahrscheinlich schon.

Wenn du Fragen zum Setup hast, schreib mir über die Kontaktseite — oder schau, wer hier eigentlich schreibt.

Weiterlesen:

Lieber jemanden, der das macht?

Ich baue Websites nicht nur für mich. Wenn du keine Lust auf Hosting, Updates und Ladezeiten hast oder eine bestehende Seite umziehen und schneller machen willst, übernehmen wir das — vom Aufsetzen bis zum laufenden Betrieb.

Was wir machen: vant.ch

Häufige Fragen zum Reiseblog erstellen

Brauche ich Programmierkenntnisse für einen eigenen Blog?

Nein. WordPress wird beim Hoster mit ein paar Klicks installiert, Beiträge schreibst du wie in einem Textprogramm. Für diesen Blog habe ich keine Zeile Code geschrieben.

Was kostet ein Reiseblog im Jahr?

Hosting und Domain sind die einzigen festen Kosten, beide am günstigsten bei längerer Laufzeit. WordPress, Theme und die nötigen Plugins sind kostenlos. Die aktuellen Preise siehst du beim Anbieter.

WordPress oder ein Baukasten wie Wix?

Ein Baukasten ist am Anfang bequemer, sperrt dich aber ein: Umziehen heisst dort, alles neu zu bauen. Bei WordPress nimmst du deine Inhalte jederzeit mit.

Wie lange dauert es, bis der Blog bei Google auftaucht?

Einzelne Seiten erscheinen nach Tagen, verlässliche Zugriffe kamen bei mir erst nach Monaten. Wer nach vier Wochen aufgibt, sieht das Ergebnis nie.

Wie viele Beiträge brauche ich zum Start?

Drei bis fünf gute reichen. Lieber wenige vollständige Artikel als zwanzig halbe.

Muss der Server in der Schweiz stehen?

Für einen Reiseblog nicht, dort werden keine sensiblen Daten verarbeitet. Sobald Kundendaten oder Buchungen dazukommen, sieht die Sache anders aus.

Brauche ich ein Impressum?

Sobald deine Seite Daten verarbeitet — Besucherstatistik, Kontaktformular, Kommentare — gehört eine Datenschutzerklärung dazu, ebenso Kontaktangaben, über die dich jemand erreichen kann. Ich bin kein Jurist: Wer es genau wissen will, liest das Datenschutzgesetz nach oder fragt jemanden vom Fach.

* Die mit Stern markierten Links sind Partnerlinks. Buchst du darüber, erhalte ich eine kleine Provision. Ich empfehle alle drei Anbieter, weil ich sie selbst nutze: Dieser Blog läuft bei Hostinger, die Domain ist bei Amenic registriert, meine übrigen Dienste bei Infomaniak.

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